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20.11.2018 09:21

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Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens

Überarbeitungsstand: Dienstbesprechung 04.05.2010; Schulvorstand 11.05.2010; Dienstbesprechung 06.01.2011; Gesamtkonferenz 11.01.2011;

Konzept zur Vergabe der „Kopfnoten“ zum Arbeits- und Sozialverhalten

Die Gesamtkonferenz der Wilhelm-Raabe-Schule musste nach eingehender Evaluation und Erprobung des im Februar 2009 beschlossenen Verfahrens erkennen, dass die angestrebte neue Praxis, „Kopfnoten“ nach einer großen Zahl konkret beobachteter Items zu vergeben, praktisch nicht durchführbar war und auch vom Ergebnis her nicht befriedigen konnte, weil trotz des hohen Aufwands letztlich nur wieder in fast allen Fällen ein wenig aussagekräftiger und wenig trennscharfer mathematischer Mittelwert in der Nähe der Stufe „3“ herauskam.

Das Kollegium stand also erneut vor der Aufgabe, ein verändertes Verfahren zur Vergabe der „Kopfnoten“ zu entwickeln, das den berechtigten Ansprüchen der Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern sowie der zukünftigen Arbeitgeber an Gerechtigkeit, Transparenz und Aussagekraft genügen kann. Aus diesem Grund wurde nach neuen, handhabbaren Möglichkeiten gesucht, das Arbeits- und Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler realistisch, nachvollziehbar und erlasskonform zu beschreiben und regelgerecht zu dokumentieren.

Dabei wurden folgende Grundsätze beachtet:

1.     Kopfnoten müssen Qualitätsmaßstäben genügen:

·         Orientierung an Kompetenzen

o   Spezifische Schülerkompetenzen statt allgemeiner Persönlichkeitsmerkmale

·         Begrenzung auf Schulkontext

o   Beeinflussung und Förderung im Rahmen von Unterricht und Schulveranstaltungen möglich

·         Objektivität und Messbarkeit

o   Konkrete und trennscharfe Indikatoren, Beobachtungskategorien, Einschätz-Skalen

·         Vergleichbarkeit

o   Einheitlich; nach festem Verfahren

·         Transparenz

o   Erwartungen der Schule müssen klar sein

o   Verständliche Grundlage für Selbstreflexion und Veränderung

·         Entwicklungsoffenheit

o   Offenheit für Verbesserungen

2.     Kopfnoten müssen die Beurteilungskriterien nach dem Erlass umfassen

·      Arbeitsverhalten

o  Leistungsbereitschaft und Mitarbeit

o  Ziel- und Ergebnisorientierung

o  Kooperationsfähigkeit

o  Sorgfalt und Ausdauer

o  Selbstständigkeit

o  Verlässlichkeit

·      Sozialverhalten

o  Reflexionsfähigkeit

o  Konfliktfähigkeit

o  Vereinbaren und Einhalten von Regeln; Fairness

o  Hilfsbereitschaft und Achtung anderer

o  Mitgestaltung des Gemeinschaftslebens

o  Übernahme von Verantwortung


Nach Sichtung der genannten Voraussetzungen herrschte Einmütigkeit darüber, dass nur weiter konkretisierte Beobachtungsgrundlagen zu einer validen (richtigen, stimmigen) Einschätzung führen können. In Arbeitsgruppen wurden daraufhin derartige Deskriptoren (Verhaltensbeschreibungen) zur Einschätzung des Arbeits- und Sozialverhaltens entwickelt, gesichtet und angeordnet. Dies führte zu folgendem Deskriptorenkatalog, nach dem die einzelnen Lehrkräfte die Einstufung der Schülerinnen und Schüler vorzunehmen haben und der sie bei dieser Aufgabe unterstützt.

3.     Deskriptoren bestimmten Verhaltens, dessen Beobachtung bei Schülerinnen und Schülern zur Einstufung in eine bestimmte Bewertungsstufe führt

1. Arbeitsverhalten

A

Engagiert sich in besonderem Maße im Unterricht.

Erledigt Arbeiten mit besonderer Sorgfalt und großem Einsatz.

(als Erweiterung, wenn die Kriterien von (2) erfüllt sind;
Vergabe aber nicht von Schulleistungen – mündlicher Mitarbeit – abhängig machen!)

B

Erscheint pünktlich zum Unterricht.

Arbeitet durchweg im Unterricht mit und erledigt Arbeitsaufträge zügig und sorgfältig.

Hat das Arbeitsmaterial vollständig und in ordentlicher Form dabei und erledigt regelmäßig und sorgfältig die Hausaufgaben.

(Alle Punkte treffen weitestgehend zu.)

C

Ist in aller Regel pünktlich im Unterricht.

Erledigt in aller Regel die Hausaufgaben sorgfältig.

Das Arbeitsmaterial ist im Großen und Ganzen vollständig im Unterricht vorhanden.

Arbeitet im Allgemeinen im Unterricht mit und erledigt Arbeitsaufträge.

(alle Punkte treffen weitestgehend zu)

D

1.     Ist häufiger unpünktlich.

2.     Bleibt hin und wieder unentschuldigt dem Unterricht fern.

3.     Es sind häufiger keine oder unvollständige Hausaufgaben vorhanden.

4.     Das Arbeitsmaterial ist häufiger unvollständig bzw. wird häufiger nicht mitgeführt.

5.     Arbeitet häufiger nicht im Unterricht mit.

6.     Erledigt des Öfteren Arbeitsaufträge nur unzuverlässig bzw. oberflächlich.

7.     Zeigt wenig Lernbereitschaft.

8.     Zeigt wenig Ausdauer.

9.     Arbeitet in Gruppen häufiger nicht konstruktiv mit.

(nicht alle Punkte müssen zutreffen)

E

1.     Bleibt dem Unterricht unentschuldigt fern.

2.     Arbeitet im Unterricht selten oder gar nicht mit und erledigt Arbeitsaufträge so gut wie nie.

3.     Hausaufgaben werden fast nie erledigt.

4.     Das Arbeitsmaterial wird so gut wie nie mitgeführt oder ist gar nicht vorhanden.

5.     Zeigt kaum Lernbereitschaft; ist desinteressiert und passiv.

6.     Beteiligt sich nicht an Gruppenarbeiten oder stört diese sogar.
 

(nicht alle Punkte müssen zutreffen) 

2. Sozialverhalten

A

Setzt sich in besonderem Maße fördernd für die Schule, die Klassengemeinschaft oder für einzelne Mitschüler ein.

(als Erweiterung, wenn die Kriterien von (2) erfüllt sind)

B

Hält sich stets an Regeln.

Verhält sich Lehrern, Mitschülern und anderen Personen gegenüber höflich und der jeweiligen Situation angemessen.

Kann mit Kritik umgehen.

Ist hilfsbereit, tolerant, ehrlich und bereit mit anderen zu kooperieren.

Ist rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst.

Vertritt eigene Angelegenheiten in angemessener Form. 

(Alle Punkte treffen weitestgehend zu.)

C

Hält sich meistens an Regeln.

Zeigt meistens die in 2 angegebenen Verhaltensweisen.

Stört höchstens ab und zu den Unterricht.

(alle Punkte treffen weitestgehend zu)

D

 1.     Hält sich häufiger nicht an Regeln.

2.     Verletzt häufiger eine der in der Schule gültigen Regeln.

3.     Kann nicht angemessen mit Kritik umgehen.

4.     Verhält sich Lehrern oder Mitschülern gegenüber gelegentlich unangemessen und respektlos.

5.     Stört zuweilen nachhaltig den Unterricht.

6.     Handelt egoistisch; übernimmt wenig bis gar keine Verantwortung für Klassengemeinschaft bzw. Arbeitsgruppe.

(nicht alle Punkte müssen zutreffen)

E

1.     Zeigt gewalttätiges Verhalten.

2.     Beteiligt sich an Mobbing.

3.     Beteiligt sich an Sachbeschädigungen.

4.     Verletzt ständig und in grober Weise in der Schule geltende Regeln; missachtet bewusst Anweisungen.

5.     Zeigt sehr oft unangemessene Umgangsformen; verhält sich respektlos und intolerant.

6.     Stört ständig und nachhaltig den Unterricht.

7.     Zeigt keine Einsicht in eigenes Fehlverhalten und ist nicht bereit, das Verhalten zu verbessern.

 (nicht alle Punkte müssen zutreffen)

 

 4.     Organisatorische Regelungen zur Beobachtung und Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens

·         Beobachtungen zum AV / SV mehrfach – nicht nur zum Zeugnis – treffen
und in der auch sonst für z.B. mündliche Noten üblichen Weise festhalten

o   Vor den Teambesprechungen im November und April (verpflichtend)

o   Vor den jeweiligen Zeugniskonferenzen (verpflichtend)

o   Zu sonstigen Terminen, bei denen z.B. mündliche Noten mitgeteilt werden (freiwillig)

·         Aus Gründen der Praktikabilität wird dazu folgende Regelung getroffen:

o   Hauptfachlehrer/innen der Klasse erstellen diese Noten für alle Schüler und dokumentieren sie zusammen mit ihren sonstigen Noten

o   Lehrkräfte mit mehr als drei Wochenstunden in der Klasse erstellen diese Noten für alle Schüler und dokumentieren sie zusammen mit ihren sonstigen Noten

o   Sonstige Lehrkräfte tun dies im Regelfall nur für positiv/negativ auffällige Schüler

·         Beobachtungen zum AV / SV werden zusammen mit den Klassenunterlagen beim jeweiligen Klassenlehrer  aufbewahrt.

o   Sie sind jederzeit für alle Lehrkräfte und die Schulleitung zugänglich.

o   Sie werden zum Ende des jeweiligen Halbjahres durch die Klassenlehrkraft jeweils auf den dafür vorgesehenen Eintragungsbögen für die Zeugniskonferenz zusammengestellt.

o   Beim Sammeln der Noten für das jeweilige Zeugnis gilt folgende Regelung:

§  Die Klassenlehrkraft gibt für alle Schülerinnen und Schüler aufgrund der vorhergegangenen Absprachen und ihrer letzten Beobachtungen eine Note oder ein Votum zwischen zwei Noten in der grauen Spalte vor.

§  Die nicht eindeutigen Noten werden in jedem Fall von den anderen Lehrkräften durch eigene Eintragungen ergänzt.

§  Wer mit einer Note nicht einverstanden ist, trägt nur bei betroffenen Schülern einen eigenen Vorschlag ein und zeichnet dann ebenfalls ab.

§  Die Klassenlehrkraft errechnet daraus den endgültigen Vorschlag (one man - one vote) für die Zeugniskonferenz, wird nur in Ausnahmefällen noch Fälle diskutieren lassen und lässt dann diese Vorschläge beschließen.

Dieses Konzept wurde – zunächst zur weiteren Erprobung ab Mai 2010 für ein Jahr (Schuljahr 2010/2011) – vom Schulvorstand der Wilhelm-Raabe-Schule am 11.05.2010 beschlossen.
Die Gesamtkonferenz hat dieses Konzept gebilligt und mit Ihrem Beschluss vom 11.01.2010 die Beifügung der näheren Erläuterungen auf die negativen Stufen 4 und 5 beschränkt.

siehe auch: Info für Schüler und Eltern zum Arbeits- und Sozialverhalten

 

  Wilhelm Raabe Schule Hameln
  Jahrgänge 1-6:       Königstraße 71  -     Tel. 05151 958131        FAX: 05151/95 81 34      E-Mail: wrs@hameln.de
  Jahrgänge 7-10:     Lohstraße 9   -          Tel. 05151/202 13 45    FAX: 05151/92 45 57      E-Mail: wrs@hameln.de