Fernsehen macht dick, dumm, krank und traurig! nach einer Meldung im SPIEGEL vom 26.09.2005, Seite 20:
Eine Studie hat wieder einmal belegt, dass hoher Medienkonsum die
Schulleistungen von Kindern verschlechtert.
Für die Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN)
unter Leitung von KFN-Chef Christian Pfeiffer wurden 23000 Kinder und
Jugendliche im Alter von 10 - 15 Jahren befragt. Das Ergebnis:
Je mehr Zeit Kinder und Jugendliche vor dem
Fernseher oder der Play-Station oder dem Spiel-Computer verbringen, desto
schlechter sind die Schulnoten.
Der unterschiedliche Medienkonsum könnte auch erklären, warum der Süden
Deutschlands (Bayern und Baden-Württemberg) in der PISA-Studie besser
abschneidet als der Norden und warum mehr Mädchen in der Schule erfolgreich sind
als Jungen und mehr Deutsche als Ausländer.
Denn einen eigenen Fernseher im Zimmer hat nur jedes dritte Mädchen aber fast
jeder zweite Junge. Eine Spielekonsole besitzen knapp 40% der Jungen aber nur
16% der Mädchen. Von den Kindern ausländischer Eltern im Alter von 10 Jahren
haben 51,3% ein eigenes TV-Gerät und 43,3% eine eigene Spielekonsole im Zimmer.
Bei den Deutschen sind es nur 31,9% mit eigenem Fernseher und 22,3% mit
Spielekonsole. Und während in Dortmund als Beispiel für eine typische Stadt im
Norden mehr als die Hälfte der Kinder im eigenen Zimmer fernsehen kann, sind es
in München gerade einmal 20%!
Kinder auf Hauptschulen sitzen mehr als doppelt so lang vor Bildschirmen wie
Gymnasiasten. Außerdem sehen Kinder mit eigenen Geräten viel häufiger verbotene
Sendungen oder Spiele mit hohem Gewaltanteil. Auch dies senkt erwiesenermaßen
die Lernfähigkeit stark ab. Pfeiffer: "Ein Übermaß an Medienkonsum macht dick,
dumm, krank und traurig!"
Oder anders gesagt: Kindern ein eigenes Fernsehgerät zu überlassen erfüllt
eigentlich den Tatbestand der vorsätzlichen Körperverletzung.
Lesen Sie dazu auch die
Rede unseres ehemaligen Bundespräsidenten Horst Köhler vom 21.09.2006, in der dieser
sich mit der Situation von Schule und Bildung in Deutschland ausführlich
befasst. Daraus hier nur dieses Zitat:
Deshalb ist es so wichtig, dass Eltern alles
tun, um ihren Kindern das richtige Rüstzeug für ein erfülltes Leben mitzugeben.
Zu diesem Rüstzeug gehören auch die elementaren Regeln des zwischenmenschlichen
Umgangs: Respekt, Rücksichtnahme, Manieren, das Wissen um Rechte und Pflichten.
Wir sollten der Neugier der Kinder Raum geben; Kinder sollten aber auch Grenzen
kennen lernen. Auch das Wort ""Nein" gehört zur Erziehung. Dafür braucht es kein
Lehrbuch. Dafür braucht es das Vorbild, die Zuwendung und die Konsequenz der
Eltern. Eltern müssen sich Zeit für ihre Kinder nehmen: Spiel und Gespräch,
Vorlesen und Erzählen, gemeinsame Mahlzeiten am Familientisch - das fördert die
Entwicklung der Kinder. Ein Fernseher im Kinderzimmer tut es nicht.
(Foto: Guido Bergmann, Presse- und Informationsamt der
Bundesregierung)
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