Hausaufgaben müssen sein!
Schülerinnen und Schüler stöhnen,
Eltern regen sich auf und
Lehrerinnen und Lehrer verzweifeln am Morgen danach – Hausaufgaben in der
Schule sind ein immer wiederkehrendes Problem und kosten alle Beteiligten viele
Nerven und viel Kraft.
Außerdem wächst leider die Zahl derjenigen Schülerinnen und
Schüler, die unregelmäßig oder sogar nie ihre Hausaufgaben anfertigen. Wir
haben in vielen Fällen den Eindruck, dass die Eltern dieser Kinder Hausaufgaben
für weniger wichtig halten und ihre Kinder nicht dazu anhalten, ihre
Hausaufgaben regelmäßig zu erledigen.
Dabei könnte alles so einfach sein: gelernt wird morgens
in der Schule, nachmittags haben die Schülerinnen und Schüler Zeit für andere
Dinge und alle haben ihren Frieden. Doch genau das geht leider nicht!
Hausaufgaben
sind wichtig!
In
fast allen Fächern ist es unverzichtbar, dass sich Ihre Kinder auch allein, in
Ruhe und ohne Hilfe, mit dem gelernten Schulstoff auseinandersetzen. Dazu gehört
die Übung und Sicherung des Gelernten – z.B. das Rechnen weiterer Aufgaben,
das Lernen von Vokabeln, das Anwenden von grammatischen Regeln in neuen
Textzusammenhängen – aber auch die persönliche Gestaltung von
Arbeitsergebnissen wie z.B. das Anfertigen von Mappen für die Sachfächer
Erdkunde, Geschichte,
Biologie oder Physik. Dafür ist morgens im Unterricht in der Regel zu wenig
Zeit und zwischen vielleicht 28 anderen Kindern auch oft nicht die nötige Ruhe.
Zumindest aber in der Oberschule können wir einen
Teil der Hausaufgaben sogar in den Nachmittagsbereich verlegen. Am
Klassenlehrertag oder auch zu anderen Terminen werden die Kinder
angeleitet, wie sie am besten und schnellsten ihre Aufgaben ordentlich
erledigen und sie erhalten auch Hilfen von den Betreuern.
Hausaufgaben
sind vom Gesetzgeber gewollt
- siehe den Erlass dazu!
Auch der Gesetzgeber
/ das Kultusministerium bezieht hier eindeutig Stellung und ist der
Ansicht, dass
„Hausaufgaben den Unterricht ergänzen und den Lernprozess der Schülerinnen
und Schüler unterstützen“.
Und weiterhin: Hausaufgaben dienen...
„- der Übung, Anwendung und Sicherung ...
- der Vorbereitung...
– der Förderung der selbständigen Auseinandersetzung mit Unterrichtsgegenständen
und frei gewählten Themen.“
Darauf
müssen Lehrerinnen und Lehrer achten
- Lehrerinnen und Lehrer müssen ihre Hausaufgabenpraxis
mit den Klassenelternschaften – nicht mit allen Eltern einzeln! – erörtern
und abstimmen. Möglichst schon auf dem ersten Elternabend sollte daher darüber
gesprochen werden, wie Sie als Eltern verfahren, wenn es einmal wichtige Gründe
dafür gibt, dass Ihr Kind die Hausaufgaben nicht anfertigen konnte, oder
wenn Ihr Kind mit der Aufgabe nicht klargekommen ist. Faustregel muss hier sein:
ein bloßes „Das konnte ich nicht!“
reicht in aller Regel nicht als Entschuldigung aus. Wir erwarten zumindest
den Anfang bzw. den Versuch einer Lösung im Heft – möglichst durch ein
paar erklärende Worte Ihrerseits ergänzt!
- Hausaufgaben sollten so gestellt sein, dass die überwiegende
Mehrheit der Kinder sie im Normalfall ohne fremde Hilfe bewältigen kann.
Eltern sind nicht die Hilfslehrer/innen der Nation! (Aber: Wenn Susi morgens im
Unterricht geschlafen hat, wird sie auch eine angemessene Hausaufgabe
vielleicht nicht ohne Hilfe bewältigen können!) Sollten Sie also ständig
Probleme mit zu schweren Hausaufgaben erleben, nehmen Sie unbedingt Kontakt
zur Lehrkraft auf.
- Hausaufgaben sollten in angemessener Zeit zu
erledigen sein - wobei angemessen bedeutet, dass ein durchschnittlicher
Schüler, der konsequent, ohne Ablenkung und Pausen arbeitet, nach dieser
Zeit fertig sein sollte:
Und
wenn man trotzdem keine Hausaufgaben macht?
... gibt es Probleme!
Abgesehen von den üblichen „Strafmaßnahmen“ wie
Zusatzaufgaben oder Nachsitzen machen sich die Lehrerinnen und Lehrer der
Realschule regelmäßig Notizen, wenn Kinder ihre Hausaufgaben nicht anfertigen.
Lehrer sind nicht verpflichtet, in jedem Einzelfall die Eltern über derartige
Versäumnisse der Kinder zu informieren. Wenn bei Ihrem Kind mehrere dieser Einträge zusammengekommen sind, werden wir
Sie schriftlich darüber in Kenntnis setzen. Sollte sich auch danach noch keine
Besserung zeigen, werden wir Sie als Eltern in die Pflicht nehmen: So
wie Sie durch Gesetz gehalten sind, Ihr Kind überhaupt in die Schule schicken,
so müssen Sie sich auch um die Anfertigung der Hausaufgaben kümmern. Wenn Sie
das völlig vernachlässigen, werden wir Sie in einem solchen Fall nach einer
weiteren Mahnung über das Ordnungsamt mit einem Bußgeld aufrütteln.
Und bedenken Sie auch die weiteren Folgen, wenn für Ihr
Kind die Schule schon mittags völlig endet:
Nicht geführte Mappen in z.B. Biologie oder Erdkunde
können als Leistungsverweigerung eine „ungenügende“ Note zur Folge
haben.
Und schließlich kann jederzeit eine kurze schriftliche oder
mündliche Überprüfung
der Hausaufgaben stattfinden, z.B. ein Vokabeltest! – und dann hilft keine
Ausrede, kein Hinweis auf die „vielen Fünfen und Sechsen auch bei den anderen“,
wenn die Sache völlig „in die Hose gegangen ist“. (Für die
Gesetzeskundigen unter Ihnen: die „30%-Regel“ findet hier keine Anwendung!)
Daher unser Appell an Sie: es gehört zum normalen Schülerdasein,
nachmittags Zeit mit Lernen und Hausaufgaben zu verbringen. Haben
Sie den Eindruck, dass Ihr Kind scheinbar nie Hausaufgaben hat oder immer in
wenigen Minuten fertig ist, sollten Sie sehr hellhörig werden. Lassen Sie sich
das Hausaufgabenheft und die fertigen Hausaufgaben zeigen und nehmen Sie beim
geringsten Zweifel Kontakt zu den Lehrkräften auf. Es geht um die
Schulleistungen und damit auch um die Zukunft Ihres Kindes!
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