Auswertung der Dienstbesprechung am 09.05.2006
zu einer ersten Situationsbeschreibung und Zielfindung –
Am 09.05.2006 war das Kollegium der Wilhelm–Raabe–Schule in einer
Dienstbesprechung aufgerufen, sich kritisch zum Ist-Zustand der Schule zu äußern
und zugleich wichtige Zielsetzungen für die weitere Entwicklung anzubahnen.
Beide Vorhaben liefen zunächst zeitgleich als Brainstorming ab, bei dem
Bewertungen des Ist-Zustandes und Ziele für die weitere Entwicklung in Form von
Schlüsselbegriffen auf Karten festgehalten und an der Tafel geordnet
visualisiert wurden. Dabei wurden die Kritikpunkte nach positiv und negativ
differenziert aufgelistet, während die Zielvorstellungen in thematischen
Clustern angeordnet wurden.
In einem zweiten Schritt beurteilten alle Teilnehmer die Wichtigkeit der
zunächst individuellen Statements, indem sie jeweils bis zu drei
„Zustimmungspunkte“ verteilten.

Diese „spontane
Selbstevaluation“ ergab folgendes Bild:
(Reihenfolge der Items nach Zustimmungspunkten)
1.
IST-Zustand
a. POSITIV
i.
Beratung der Kollegen
·
durch selbst organisierte Supervision
·
durch Beratungslehrerinnen
·
„Wir-Gefühl“ - zumindest in kollegialen Kleingruppen
ii.
Tradition des Musikbereichs mit allen Facetten: Musikklassen;
Zusammenhalt der Musikklassen; Musikfreizeiten; Leistungen des Orchesters;
Öffentlichkeitswirksamkeit (Konzerte);
iii.
Englandfahrten
iv.
IT-Bereich
v.
Besondere Arbeitsgemeinschaften wie Rudern, Seniorenbetreuung etc.
vi.
historische Bausubstanz mit Flair
vii.
teilweise pointierte Lehrerpersönlichkeiten
b. eher
NEUTRAL
i.
WPK-Angebot abwechslungsreich aber nicht ausreichend
ii.
Traditionelle Stadtteilschule –
Heimatgefühl, aber auch eher problematisches Einzugsgebiet;
viele Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund;
iii.
Alte Bausubstanz – schön, aber häufig unpraktisch und unzulänglich
(Sport!!); droht teilweise zu verkommen wegen unzureichender Erhaltung durch
Schulträger;
iv.
Engagierte Lehrerinnen und Lehrer – aber zumeist Einzelkämpfer
c. NEGATIV
i.
Zerrissenheit zwischen den Schulstandorten; Eingangsstufe nicht
integriert; Schwieriges Zusammenwachsen der Kollegien von OS und RS;
ii.
Große Zahl arbeitsunwilliger Schülerinnen und Schüler
iii.
Belastung durch immer mehr Verwaltungsarbeit
iv.
Mangel an guten Schulbüchern
v.
Fehlender Konsens;
·
Kooperation zwischen verschiedenen Gruppierungen des Kollegiums
schlecht;
·
Initiativen einzelner Kollegen werden wenig geschätzt;
·
Geschlossene Klassentüren;
·
Wenig verbindliche Absprachen;
vi.
Kommunikation zwischen Schulleitung und Kollegium ist
verbesserungswürdig;
vii.
Ausstattung der naturwissenschaftlichen Fachräume schlecht;
Bei der Definition der Ziele
ergaben sich sehr unterschiedliche Schwerpunkte.
(Reihenfolge der Items wieder nach Zustimmungspunkten)
2.
Perspektiven für die weitere Entwicklung
a. Stärkere
Leistungsorientierung
i.
Klare Standards
b.
Konsequentere Erziehungsarbeit
i.
Teambildung / Jahrgangsteams
·
Gemeinsame Vorbereitung; parallele Tests
ii.
Mehr Konsens bei notwendiger Disziplin in der Schule
iii.
Umfassende Persönlichkeitsbildung
iv.
Gewaltprävention / Gewaltfreiheit
·
Lions Quest
·
Verantwortungsvolle Schülerinnen und Schüler
·
Schülerinnen und Schüler, die gern zur Schule kommen
c. Offenere
Unterrichtsformen
i.
Auflösung/Änderung der starren Pausenzeiten
ii.
Mehr Zeit für Schülerinnen und Schüler
iii.
Offene Klassentüren
iv.
Projektarbeit stärken
d.
Methodenkonzept
e. Toleranz
unter Kollegen; respektvoller Umgang untereinander;
i.
Vertrauensvolle Zusammenarbeit Schulleitung – Kollegium
f.
Stärkung des musischen Profils durch
·
weiteren Ausbau des Musikbereichs
·
Theater
g. Lebens-
und Berufswirklichkeit stärker in die Schule einbringen
·
Berufsorientierung; AWT;
h. Weitere
Schwerpunkte neben Musik schaffen; à
Sport
i. Bessere
Ausstattung der Fachräume
Bei der Zusammenschau von kritischer
Zustandsbeschreibung und gewünschten Perspektiven fällt besonders der Bereich
der Kooperation ins Auge. Teils schwierige Schülerinnen und Schüler auf hohem
Leistungsniveau zu unterrichten erfordert in besonderem Maße konsequente
Erziehungsarbeit. Diese wiederum ist auf enge Kooperation zwischen Lehrerinnen
und Lehrern angewiesen, die sich über Erziehungsziele und die dazu anzuwendenden
Methoden und Konzepte einig sind.
Folgende Entwicklungsfelder genießen derzeit deutlich Priorität und erfordern
Aktivitäten in den entsprechenden Bereichen:
·
Entwicklung, Verbesserung, Kontrolle von Leistungsstandards
è
Konsequenzen: Fachkonferenzarbeit; Arbeitspläne; Methodenkonzept
und Umsetzung in die Unterrichtsarbeit;
·
Verbesserung und Vereinheitlichung der Erziehungsarbeit
è
Konsequenzen:
Konsens über Erziehungsziele und -methoden (à
Schulprogramm / Leitlinien!);
bessere Kooperation; Teamarbeit; Gewaltprävention (à
Präventionskonzept!)
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